PALMAILLE 92 - HISTORIE
                   
 
 
Angelegt wurde die Palmaille 1638, mitten im Dreißigjährigen Krieg,
für das dem Croquet verwandte italienischen Ballspiel Palla a maglio
(französisch Pallmail, niederländisch Palmalie oder Palmaille, englisch Pall Mall).

Nachdem Altona im Januar 1713 von schwedischen Truppen unter Feldmarschall
Magnus Stenbock niedergebrannt worden war („Schwedenbrand“), ließ der Oberpräsident der Stadt, Christian Detlev von Reventlow, 1717 an der Palmaille vier Lindenreihen pflanzen und beidseitig Fahrwege anlegen,
um eine „publike Allee“ zu schaffen.
Dazu musste er „sanften Druck“ auf einige Grundbesitzer ausüben, damit sie ihre Grundstücke gegen Entschädigung hergaben.

Seit dem Ende des 18. Jahrhunderts entstanden beiderseits der Straße überwiegend repräsentative Gebäude. Insbesondere die Bauten, die der klassizistische dänische Architekt Christian Frederik Hansen
und sein Neffe Johann Matthias Hansen 1786 - 1825 errichteten, prägen das Gesicht dieser Prachtstraße.

Davon erhalten sind die Ensembles Palmaille 49–65 und 112–120.
Im Lauf des 19. Jahrhunderts wurde die Straße zu einer bevorzugten großbürgerlichen Wohngegend.
1823 richtete der dänische Hofastronom und Geodät Heinrich Christian Schumacher in der Palmaille 9 die Sternwarte Altona ein.
Die Sternwarte wurde bis 1871 betrieben, das Gebäude 1941 bei einem Bombenangriff zerstört.
Die Preußische Armee baute 1866 hier das Gebäude für das Generalkommando des IX. Armee-Korps.
Der Dichter Detlev von Liliencron wohnte von 1892 bis 1901 im Haus Nr. 5 und in dem erhaltenen Haus Nr. 100.
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